Markt der palliativen Möglichkeiten

Humor in der Sterbebegleitung? Ja!

Das Hospiz- und Palliativnetzwerk Vogelsberg veranstaltet am 21. Mai von 14:00 – 18:00 Uhr einen Markt der palliativen Möglichkeiten im AWO-Sozialzentrum in Lauterbach.

Mit der Auswahl der Vorträge und Informationsstände sollen die Unterstützungsmöglichkeiten gezeigt werden, an die man nicht an erster Stelle denkt, die jedoch einen sehr wertvollen Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität leisten können. Die Veranstaltung beginnt mit dem Vortag „Humor am Lebensende“ der Clowndoktoren e.V., die seit mehr als 30 Jahren Erfahrung im Clown Doctoring haben. Der Verein ist einer von 19 Mitgliedsvereinen im Dachverband Clowns in Medizin und Pflege e.V., in dem aktuell 332 professionelle Klinikclowns 485 Einrichtungen pro Jahr besuchen und kranken und pflegbedürftigen Menschen jeden Alters ihre oft schwere Lebenslage erleichtern. Wie Kinder und ihre Familien in palliativen Situation unterstützt werden können, zeigt das Kinderpalliativteam Gießen. Das multiprofessionelle Team begleitet von der Diagnose an und unterstützt auch durch vorgeburtliche Beratung in schwierigen Situationen und Entscheidungsprozessen. Die Palliativschwester und Therapiehundeexpertin Ivana Seger, die im Hospiz St. Barbara in Oberursel arbeitet, stellt als Emma-hilft-Expertin tiergestützte Therapie an ihrem Stand von 15:30 - 17:00 Uhr vor. Mit ihren Labradorhündinnen Sissi und Helga begleitet sie Menschen auf ihrem letzten Weg. Herr Benjamin Kurz von KURZBILD in Lauterbach bietet die Möglichkeit für Erinnerungsfotos. Für ihn sind gute Bilder, Erinnerungen, Stimmungen und Emotionen verpackt als kleine Zeitkapsel. Das Zweithaarstudio Kamm und Schere aus Hünfeld stellt Informations- und Anschauungsmaterial zur Verfügung. Herr Daniel Zielke vom Bestattungsunternehmen Herrig in Lauterbach informiert zu Bestattungsformen, Möglichkeiten, Orten und zur Bestattungsvorsorge. Er ist verbandsgeprüfter Bestatter und hat 2020 die Ausbildung zum Nachrufsprecher und die Weiterbildung zum „Demenzfreundlichen Bestatter“ absolviert. Möglichkeiten der Symptomkontrolle durch Physiotherapie stellt die Palliative Care weitergebildete Physiotherapeutin Tina Tonigold vor. Die ambulanten Hospizvereine im Vogelsberg informieren über ehrenamtliche Unterstützung durch qualifizierte Hospizbegleiterinnen und -begleiter und dem Angebot von Trauercafes. Fragen zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht beantwortet die Betreuungsbehörde des Vogelsbergkreises. Die Vogelsberger Hospiz- und Palliativstiftung Lichtermeer informiert über das „Haus Lichtermeer – Unser AWO Hospiz im Vogelsberg“. In Alsfeld, Am Lieden 14 entsteht ein stationäres Hospiz mit acht Plätzen für fachliche und mitmenschliche Begleitung am Lebensende. Gegen Veranstaltungsende um 17:00 Uhr gibt es einen zweiten Vortrag „Ethische Entscheidungen am Lebensende“ von dem Palliativmediziner und Ethikberater Dr. Norbert Sehn. Dr. Sehn ist Arzt im Palliativteam Vogelsberg, welches auch mit einem Informationsstand vertreten ist und über die ambulante Palliativversorgung für Erwachsene informiert. Das Hospiz- und Palliativnetzwerk freut sich auf einen regen und interessanten Austausch mit Interessierten, Besuchern und Netzwerkpartnern und möchte die Unterstützungsmöglichkeiten der Hospiz- und Palliativversorgung sichtbarer machen. Ergänzend zur Netzwerkveranstaltung zeigt das Lichtspielhaus Lauterbach das Drama „Vier minus drei“ von Adrian Goiginger. Der Film basiert auf dem gleichnamigen autobiographischen Roman der Österreicherin Barbara Pachl-Eberhardt, die neun Jahre als Clownin bei den Roten Nasen Clowndoktors in Graz und Wien arbeitete. Bei einem Verkehrsunfall verliert sie ihren Mann und ihre zwei kleinen Kinder. Der Film zeigt, wie Humor und die Kunst des Clownseins Barbara auf ihrem Weg helfen, diese Tragödie zu bewältigen.